Mittwoch, 14. Mai 2014 | 19.30 Uhr
Alte Feuerwache, Gathe 6 | Eintritt frei
 

Der unerklärte Krieg gegen Flüchtlinge
Frontex und Festung Europa

Vortrag von Harald Glöde (Borderline Europe, Berlin)
 

Es schien kurzfristig so, als wenn das Unglück vor Lampedusa am 3. Oktober 2013 mit 368 Toten die verantwortlichen Politiker aufgerüttelt hätte. Doch die Folgeereignisse lassen keinerlei grundsätzlichen Wandel in der EU-Migrations- und Flüchtlingspolitik erkennen. Die Verabschiedung von EUROSUR durch das Europäische Parlament, die Diskussion um die Stärkung von Frontex, der verstärkte Einsatz der italienischen Kriegsmarine in der Straße von Sizilien und nicht zuletzt weitere Unglücksfälle lassen nur allzu deutlich erkennen, dass die EU um jeden Preis an der Grenzabschottungspolitik festhalten und die weitere Militarisierung der Flüchtlingsabwehr vorantreiben will.

Gleichzeitig werden die tragischen Konsequenzen dieser Politik und die menschenrechtlichen Verstöße, die damit einhergehen, von den Medien und der Öffentlichkeit zunehmend kritisiert. Einen wesentlichen Anteil daran haben die selbstorganisierten Proteste von Flüchtlingen, wie der Marsch der Flüchtlinge von Würzburg nach Berlin und das seit Oktober 2012 bestehende Flüchtlingscamp auf dem Kreuzberger Oranienplatz.

Harald Glöde skizziert die Entwicklungen der EU-Grenzabschottung, berichtet über die aktuellen Proteste gegen die restriktive Migrations- und Flüchtlingspolitik der EU und diskutiert verschiedene Widerstands- und Handlungsoptionen.

Harald Glöde ist Maschinenschlosser und Politologe. Er ist seit Mitte der 1990er Jahre in der Flüchtlings- und Antirassismusarbeit aktiv, zunächst als Mitbegründer der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration (FFM), seit 2007 als Mitglied von Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V.